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Aneta Jaromin

Aneta Jaromin, Rarehouse, Frechen

Rarehouse – casual wear & shabby chic, Frechen | Wurzeln in Polen

1974 bin ich in Tichau, Polen geboren. Mein Vater ist aus Schlesien und meine Mutter – sie ist „so richtig“ polnisch – weit aus dem Osten von Polen.
Mit meinen drei Schwestern habe ich meine Kindheit zum Teil noch in Polen verbracht, jedoch mit acht Jahren – also 1982 – sind wir nach Köln ausgewandert. Denn in Polen waren die 1980er politisch unruhige Zeiten. Für unsere Lebensmittel bekam man Marken und mit diesen mußte man häufig stundenlang in fast leeren Geschäften anstehen, um überhaupt etwas kaufen zu können. Als Kind habe ich das gar nicht als so tragisch empfunden, das es für uns alle normal und alltäglich war.
Allerdings im Vergleich dazu war es später in Deutschland völlig gegensätzlich: hier gab es „Alles“. Und von Allem viel. Besonders Bananen und Orangen, Schokolade und Kaffee – das war schon etwas wirklich Außergewöhnliches und neu für mich.

Direkt zu Beginn – ohne Vorbereitung – kam ich in die zweite Klasse einer deutschen Grundschule; – und verstand kein Wort! Es gab keinen einzigen Menschen, der meine Sprache auch nur im Geringsten sprach oder verstand. Nichtsdestotrotz bin ich nicht sitzengeblieben. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich lange kein Wort gesprochen habe. Und auf einmal, sagt sie, sprach ich fast fließend Deutsch. Die neue Sprache muß ich wohl in mich aufgesaugt haben. Meine Eltern sprechen jedoch – bis heute – meist nur polnisch mit uns. Und das ist auch sehr gut so, denn ansonsten würde ich die recht schwierige polnische Sprache nicht mehr sprechen oder schreiben.

Es gibt kein größeres Geschenk für einen Menschen, insbesondere für ein Kind, wenn es – einfach so – eine weitere Sprache „mit dazu bekommt“, ohne sich dafür sonderlich anstrengen zu müssen.
In den Ferien war ich stets in Polen und alle haben mich dort gefragt, wo es denn nun schöner sei – in Polen oder in Deutschland? Aber das konnte ich gar nicht so einfach und klar beantworten, denn beides fand ich gleich schön. Jedes Land für sich hat seine Vor- & Nachteile und es gefällt mir sehr mich in beiden Ländern zu Hause zu fühlen.
Von den Deutschen habe ich mich selten ausgegrenzt gefühlt. Manchmal kam das sogar eher von meiner Seite, da ich die Sprache zu Beginn noch nicht ganz so gut verstand und mich zurückgehalten habe, da ich ja ein schüchternes polnisches Mädchen war 😉
Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass wenn man selbst wirklich offen zu und mit anderen Menschen ist, gibt das seinem Gegenüber immer die Option, sich zu beteiligen …und ebenfalls offen zu sein. Das ist dann selbstverständlich kein Muss oder Zwang, sondern eher eine Einladung.

Wenn ich reise, sehe ich, wie unterschiedlich alle anderen Menschen leben. Allerdings sobald ich mich öffne, kann ich doch die meisten (trennenden) Oberflächlichkeiten und unwichtigen Unterschiede überwinden und sehen, wie viele gute verbindende und schöne Gemeinsamkeiten wir doch alle miteinander haben und vor allem von einander lernen dürfen. Je mehr Kulturen ich kennenlerne, desto mehr kann ich erfassen und verstehen, was uns Alle wirklich glücklich macht. 🙂

Das Reisen und das Verlassen des eigenen sicheren Umfelds führt unweigerlich dazu, dass man sich öffnet und die Welt mit neuen Augen sieht.

Das Bild zeigt das Rarehouse-Logo.

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