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Eveline Jansen und
Vito Lozitiello

Eveline Jansen und Vito Lozitiello, Restaurant Primitivo, Düsseldorf

Primitivo, Düsseldorf |
Wurzeln in den Niederlanden und Italien

Vito: Ich bin in Deutschland geboren. Meine Eltern sind aus Apulien. Mein Opa hatte eine Einladung zum Wiederaufbau in Deutschland, mein Vater, der damals 17 war, kam mit. Eigentlich wollten Sie wieder nach Italien zurück. Man plante und baute ein Haus dort, wollte nach der Fertigstellung zurück. Dann wurde ich geboren. Dann verschob die Rückreise bis zum Kindergarten, dann bis zu meiner Einschulung und immer weiter. Mit der Zeit haben sich alle hier wohl gefühlt und blieb doch dauerhaft hier. Mein Vater war Maurer bei Krupp-Stahl, der Aufenthalt wurde immer wieder verlängert.
Ich wollte nie nach Italien, denn Deutschland war ja meine Heimat.

Zur Zeit der Wiedervereinigung hatten wir doch einige Schwierigkeiten hier. Viele Leute kamen aus dem Osten in den Westen, die Wohnungen waren knapp in NRW und man wollte nicht noch mehr „Ausländer“.

Das rechte Gedankengut ist immer da, kommt immer in Krisenzeiten zum Vorschein! Auch in Italien ist der Rechtspopulismus ein großes Problem. Auch die Italiener haben Angst vor der sogenannten Überfremdung. Man muss aber auch wissen, dass 61 Mio. Italiener in Italien wohnen, aber 180 Millionen, dreimal so viele, in der ganzen Welt verteilt, also außerhalb von Italien.

Ich bin ein EU-Bürger. Mir ist ganz egal, wie ein AfDler mich bewertet. Ich habe in Italien gelernt, danach bin ich wieder nach Deutschland gekommen.
Manchmal ist es schwierig, den richtigen Draht zu anderen hier aufgewachsenen Italienern zu bekommen, weil viele ihre traditionelle italienische Lebensweise leben wollen. Ich wünsche mir ein Land, das Integration sagt und meint! Wo es möglich ist, dass jeder auf seine Weise lebt und andere auch so leben lässt. Integration ist aber immer eine Annäherung von allen aufeinander zu. Diese Aktion hier finde ich toll, weil es wichtig ist, die Rechten schon im Keim zu bekämpfen. Ein Land ohne Fremdenfeindlichkeit gibt es leider nicht. Aber wir hatten in Deutschland und Europa schon genug Krieg und Leid. Es macht mir Angst, dass dieses Gedankengut jetzt wieder hochkommt.

Eveline: Ich lebe seit 2014 in Deutschland. Vorher habe ich in der Schweiz, in den Niederlanden und auch schon in Deutschland gelebt. Vor 2014 habe ich in den Niederlanden studiert. Vito habe ich aber schon vor langem in der Schweiz kennengelernt. Vito hatte bereits Gastro-Erfahrung und so haben wir uns entschieden, das Restaurant zu eröffnen.

Die Leute beurteilen an anderen, was sie zuerst wahrnehmen, also zum Beispiel die Hautfarbe oder die Sprache. Ich hatte also nicht die großen Probleme hier, aber trotzdem spürte ich selbst als Holländerin, dass ich Ausländerin war. So wurde selbst in meiner Anwesenheit über Ausländer geschimpft. Da musste ich zuerst mal sagen, dass ich auch nicht Deutsch bin. Ich fühlte mich auch angegriffen, aber man sagte mir, ich sei damit doch nicht gemeint gewesen. Ich sehe das nicht so.

Wir werden in Europa noch erleben, dass viele Afrikander hierherkommen. Nicht, um uns zu erobern, sondern einfach aus Hunger. Wir leben hier in sehr reichen Ländern. Und wir müssen lernen, von unserem Wohlstand etwas abgeben zu können.

www.facebook.com/restaurantprimitivo

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