Carl Wenning

Olivenhainbesitzer / Probstried | Wurzeln in Deutschland

Es ist eine schlechte deutsche Angewohnheit, über andere Länder schlecht zu reden. Die Italiener sind da sehr selbstbewusst, aber im Grunde auch sehr tolerant und flexibel. Geflüchtete Afrikaner werden nicht mit Arbeitsverboten belegt wie hier in Deutschland, sondern werden in den Gemeinden beschäftigt wie andere auch. Natürlich werden sie nicht so versorgt, wie Flüchtlinge in Deutschland. Nein, die müssen eben auch was tun. Und man lässt sie auch.

Ich bin aufgewachsen in einer Gegend, wo man sehr viel räumlichen Freiraum hatte und auch heute noch hat. Ich komme aus der Nähe von Kempten im Allgäu. Wir haben ein Bergpanorama von der Zugspitze im Osten und Säntis im Westen. Unser Haus wurde vor dem 30jährigen Krieg gebaut.

Und ich habe wieder so etwas gesucht, diese große Freiheit. Wir hatten damals schon drei Kinder, sind auch mit denen schon immer viel gereist. In Italien hatten wir Freunde und die haben mir dann dieses Haus gezeigt. Nach einem längeren Prozess, den die Italiener „Compravedità“ nennen, haben wir es gekauft. Es liegt in der Nähe von Montalcino in der Toskana.

Die Oliven sind uns sozusagen zugeflogen, eigentlich bin ich Architekt. Aber die Bäume waren eben auf dem Grundstück und die lassen es nicht zu, dass man sich nicht kümmert. Sie sind wie Haustiere, wollen ernährt werden.

Es kamen dann auch immer mehr dazu, dadurch, dass wie angrenzende Grundstücke gekauft haben.

Heute fahre ich jeden Monat nach Deutschland und verkaufe unsere Produkte auf Märkten. Im Herbst 2018 war ich zu Gast beim Deutschlandfunk in einer Sendung zum Thema Olivenöl.

Der Link für Interessierte:

https://www.deutschlandfunk.de/oliven-und-olivenoel-das-gold-des-mittelmeeres.772.de.html?dram:article_id=428335

www.cwluce.de

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